Glossar

Referenzbereich

Der „bundesweite Referenzbereich“ dient dazu, dass das Krankenhaus seinen eigenen Wert (als Beispiel 2,5 Prozent) mit diesem Bundeswert (als Beispiel <3 Prozent) vergleichen kann. Im Beispiel spricht es für gute Qualität, wenn in einem Krankenhaus bei weniger als 3 Prozent der Patienten eine Entzündung am künstlichen Hüftgelenk auftritt. Die Entzündungsrate von 2,5 Prozent liegt noch innerhalb des Referenzbereiches und somit im Bereich von „guter Qualität“.

Mit diesen angegebenen Werten ist es zwar noch nicht besonders leicht, aber immerhin schon ansatzweise möglich, die Wahl eines Krankenhauses auf objektive Daten über die Leistungsqualität zu stützen – zumindest in den Leistungsbereichen, für die Qualitätsindikatoren und Qualitätsergebnisse veröffentlicht werden.

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Rehabilitation

Häufig sind – gerade auch im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung – primär nicht-ärztliche Maßnahmen notwendig, um etwa die Leistungsfähigkeit einer Patientin oder eines Patienten wiederherzustellen oder um eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Dann kommen vorrangig Heilmittel wie Krankengymnastik und Ergotherapie sowie andere geeignete Mittel zum Einsatz (§ 107 II 2 SGB V). Die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation dürfen nur in Rehabilitationseinrichtungen erbracht werden (§ 111 SGB V). Diese Einrichtungen müssen auch unter ärztlicher Verantwortung stehen und mit den Krankenkassen einen Versorgungsvertrag abgeschlossen haben.

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Reparatur, Wechsel oder Entfernen eines Herzschrittmachers (Herzschrittmacher-Revision/-Systemwechsel/-Explantation)

Ein erneuter Eingriff (Revision) am Herzschrittmacher, ein Systemwechsel oder die Entfernung des Schrittmachers (Explantation) kann aus verschiedenen Gründen erforderlich werden. Neben technischen Defekten an Aggregat oder Sonden können auch Infektionen oder Perforationen der Aggregattasche Ursachen für eine Fehlfunktion bzw. Komplikation bei der Herzschrittmacher- Therapie sein. Die Indikation für eine Revision spiegelt mittelbar die medizinische Qualität früherer Eingriffe oder Produktmängel wider.

Da eine Verlaufsbeobachtung aller Herzschrittmacher-Erstimplantationen zwar zu fordern, aber derzeit noch nicht möglich ist, wird als grobe Annäherung für die Bewertung der „tatsächlichen“ Komplikationsrate, die zu einer Systemrevision führt, die Anzahl der Implantationen (Implantationsvolumen) der versorgenden Einrichtung herangezogen.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Reparatur, Wechsel oder Entfernen eines Schockgebers (sog. Defibrillator) zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Implantierbare Defibrillatoren-Revision/-Systemwechsel/-Explantation)

Ein implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD) wird zur Behandlung von hochfrequenten, lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen der Herzkammern (Kammertachykardien, Kammerflattern, Kammerflimmern) eingesetzt. Das Aggregat kann diese lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen durch eine Schockabgabe oder eine schnelle Impulsabgabe (antitachykarde Stimulation) beenden und damit den plötzlichen Herztod verhindern. Jeder ICD verfügt zusätzlich über alle Funktionen eines Herzschrittmachers.

Ein ICD besteht ähnlich wie ein Herzschrittmacher aus einem Aggregat, das Elektronik (Mikrocomputer) und Batterie in einem Gehäuse vereinigt. Über Sonden ist das Aggregat mit dem Herzen verbunden. Der ICD wird in der Regel unter die Haut bzw. unter den Brustmuskel meist unterhalb des linken Schlüsselbeins implantiert.

Die Erstimplantation eines ICD und der isolierte Wechsel des ICD-Aggregats werden in eigenen Leistungsbereichen dokumentiert. Der vorliegende Leistungsbereich betrifft die Qualitätssicherung bei erneuten Eingriffen (Revisionen) an ICDs, bei ihrer Entfernung (Explantation) oder bei Systemwechseln. Diese Folgeeingriffe können aus verschiedenen Gründen erforderlich werden: Neben rein technischen Gründen (z. B. Sondenbrüchen oder -dislokationen) können z. B. auch Infektionen oder Probleme der Aggregattasche Ursachen für eine Fehlfunktion bzw. Komplikation bei der ICD-Therapie sein.

Die Qualitätsindikatoren dieses Leistungsbereichs betreffen die Indikation zur Revision, die Bestimmung der Reizschwellen bzw. Signalamplituden der Sonden sowie Komplikationen im Umfeld der Operation und die Sterblichkeit im Krankenhaus.

Die Dokumentation von ICD-Eingriffen ist im Rahmen der externen Qualitätssicherung seit dem 1. Januar 2010 verpflichtend. Gerade vor dem Hintergrund steigender Implantationszahlen und kostenintensiver Behandlungen sind diese Verfahren wichtig, um ein repräsentatives Bild der Versorgungsqualität in Deutschland zu erhalten. Die Indikation für eine Revision bzw. einen Systemwechsel lässt auch Rückschlüsse über die medizinische Qualität früherer Eingriffe inklusive Produktmängeln zu.

(Quelle: AQUA- Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. https://www.sqg.de/front_content.php?idcat=15. Stand: September 2013)

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Richtlinien

Richtlinien sind Handlungsregeln einer gesetzlich, berufsrechtlich, standesrechtlich oder satzungsrechtlich legitimierten Institution, die für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich ziehen kann. Die Richtlinien und Beschlüsse zur Qualitätssicherung für Krankenhäuser werden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss bestimmt. Grundlage dafür ist § 137 des Sozialgesetzbuches Fünftes Buch – Gesetzliche Krankenversicherung (§ 137 SGB V).

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Risikoadaptiertes MRSA-Aufnahmescreening

Es gibt Menschen, die ein hohes Risiko haben, mit Bakterien infiziert zu sein, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. Es handelt sich hierbei um das Bakterium Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Bei Patienten, die dieses erhöhte Risiko haben, wird vor oder bei der Aufnahme in ein Krankenhaus ein Abstrich gemacht. Fällt das Ergebnis positiv aus, werden die Patienten in speziellen Quarantänezimmern untergebracht, um die Ansteckung anderer Patienten zu verhindern.

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