Glossar

2   A   B   C   D   E   F   G   H   I   K   L   M   O   P   Q   R   S   T   V

2006/09n1-HSM-IMPL/11255 11265 11264 (Komplikationen während oder nach der Operation)

Qualitätsziel
Nach dem Einsetzen eines Herzschrittmachers sollen möglichst selten Komplikationen auftreten.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Das Einsetzen des Herzschrittmachers ist in der Regel ein geplanter Eingriff, der gewöhnlich unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

Sobald die Operationswunde verheilt ist, behindert in der Regel ein Herzschrittmacher den Patienten im Alltag nicht mehr.

Dennoch können auch bei einer Herzschrittmacher-Implantation – wie bei allen Operationen – Komplikationen auftreten. Treten Komplikationen während der Operation auf, werden sie als intraoperative Komplikationen bezeichnet, treten sie nach der Operation auf, nennt man sie postoperative Komplikationen. Zusammengefasst werden diese Komplikationen als perioperative Komplikationen (im Umfeld der Operation auftretend) bezeichnet.

Bestimmte Komplikationen während einer Herzschrittmacher-Implantation werden als chirurgische Komplikationen bezeichnet:

Verletzungen von Blutgefäßen oder des Herzmuskels (Perforation),
Blutansammlungen (Hämatothorax) oder Luftansammlungen (Pneumothorax) im schmalen Bereich zwischen Brustfell und Lungenfell, was ein Zusammenfallen der Lunge bewirken kann. Atemnot und starke Schmerzen im Brustraum sind die Folge.

Ansammlungen von Blut im Herzbeutel (Perikarderguss),

Ansammlung von Blut in dem Bereich der Brustmuskulatur, wo der Schrittmacher eingebettet wurde (Taschenhämatom). Diese Region wird als Schrittmachertasche bezeichnet.

Herzrhythmusstörungen bis hin zum sogenannten Kammerflimmern oder zum Herzstillstand (Asystolie).
Nach der Herzschrittmacher-Implantation können sich noch weitere Komplikationen ergeben: Die Operationswunde kann sich entzünden, Fehlfunktionen am Schrittmacher können auftreten. Es kann sich nach der Operation herausstellen, dass die Sonde des Herzschrittmachers aus der ursprünglichen Position im Herzen herausgerutscht ist. In diesem Fall kann der Schrittmacher nicht voll wirksam arbeiten.

Auch wenn auftretende Komplikationen keinen neuerlichen Eingriff (Reintervention) erfordern, können die Auswirkungen auf die betroffenen Patient(inn)en erheblich sein:

Der Heilungsprozess verzögert sich, der Krankenhausaufenthalt wird verlängert.

Häufig müssen die Betroffenen zusätzlich Medikamente einnehmen. Zusätzlich können derartige Komplikationen für den Patienten eine psychische Belastung darstellen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Chirurgische Komplikationen


Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle PatientInnen, denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob während oder nach der Operation chirurgische Komplikationen auftraten.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie hoch der Anteil der Patient(inn)en war, bei denen im Rahmen der Herzschrittmacher-Implantation (peri- oder postoperativ) chirurgische Komplikationen entstanden.

Zur genaueren Erfassung dokumentierten die Krankenhäuser außerdem,

A.) ob Schrittmachersonden im Herzvorhof (Atrium) verrutscht sind (Sondendislokation)


und

B.) ob Schrittmachersonden in der Herzkammer (Ventrikel) verrutscht sind.

A.) Position der Schrittmachersonden im Herzvorhof (Atrium) Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob die Schrittmachersonden im Vorhof aus ihrer beabsichtigten Position verrutscht sind. Ist das der Fall, spricht man von einer Sondendislokation. In der Regel ist der Schrittmacher mit einer verrutschten Sonde nicht mehr voll funktionsfähig.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie hoch der Anteil der Patient(inn)en ist, bei denen die Schrittmachersonden nach der Herzschrittmacher-Implantation nicht mehr an der richtigen Stelle im Herzvorhof liegen.

B.) Position der Schrittmachersonden in der Herzkammer
Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob die Schrittmachersonden im Vorhof aus ihrer beabsichtigten Position verrutscht sind. Ist das der Fall, spricht man von einer Sondendislokation.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie hoch der Anteil der Patient(inn)en ist, bei denen die Schrittmachersonden nach der Herzschrittmacher-Implantation nicht mehr an der richtigen Stelle in der Herzkammer liegen.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug

1,22% bei den chirurgischen Komplikationen
1,55% Verrutschen der Vorhofsonden
1,11% Verrutschen der Ventrikelsonden.

Damit traten bei 3 bis 4 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in Deutschland im Krankenhaus einen Herzschrittmacher erhielten, während und/oder nach der Operation chirurgische Komplikationen oder das Verrutschen einer Sonde auf.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 1,22% (chirurgischen Komplikationen), 1,55% (Vorhofsonde verrutscht) bzw. 1,11% (Ventrikelsonde verrutscht) liegen besser als der Durchschnitt.

Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 2% (chirurgischen Komplikationen), 3% (Vorhofsonde verrutscht) bzw. 3% (Ventrikelsonde verrutscht) haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Herzschrittmacher, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/09n1-HSM-IMPL/75973 (Auswahl des Herzschrittmachersystems)

Qualitätsziel
Die Auswahl des Herzschrittmacher-Systems soll möglichst häufig so erfolgen, wie dies in den Leitlinien zur Herzschrittmacherbehandlung empfohlen wird.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Zu den Erkrankungen, die einen Herzschrittmacher notwendig werden lassen, zählen die sogenannten bradykarden Rhythmusstörungen. Bei dieser Art der Rhythmusstörung schlägt das Herz ungewöhnlich langsam (Bradykardie, griech: bradikardía; wörtlich übersetzt: die „Langsamherzigkeit“), d. h. mit 60 Herzschlägen pro Minute oder weniger. Diese Rhythmusstörungen können nur gelegentlich oder dauernd vorhanden sein.

Die Ursache des verlangsamten Herzschlages (Bradykardie) liegt in der Erregungsbildung oder der Erregungsleitung im Herzen begründet. Eine Bradykardie kann auf verschiedene Weise festgestellt werden. Man kann den Puls fühlen, d. h. die Pulsschläge pro Minute zählen, oder das Herz abhören. Der Nachweis durch ein Elektrokardiogramm, kurz EKG genannt, ist die gebräuchlichste Methode zur Diagnose (Feststellung) des verlangsamten Herzschlages. Das EKG registriert die elektrische Aktivität des Herzmuskels und zeichnet diese auf.

Der behandelnde Arzt entscheidet auf Grund des Krankheitsbildes des betreffenden Patienten, an welchen Stellen das Herz durch den Schrittmacher stimuliert werden soll. Faktoren wie die Grunderkrankung des Herzens und Art und Häufigkeit der zugrunde liegenden Rhythmusstörung fließen in den Entscheidungsprozess ein. Genauso werden das Alter des Patienten und dessen Allgemeinzustand sowie erforderliche Medikamente in die Betrachtung einbezogen.

Je nach Krankheitsbild werden die Schrittmachersonden an folgenden Stellen positioniert:

im Vorhof (Atrium),
in der Herzkammer (Ventrikel) oder
in Vorhof und Kammer (Atrium und Ventrikel).
Dementsprechend wird ein geeignetes Schrittmachermodell ausgewählt. Dieser Vorgang wird als Systemwahl bezeichnet.

Ziel aller Krankenhäuser muss es sein, bei Herzschrittmacher-Implantationen die Systemwahl in Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien (Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung) vorzunehmen.
Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle PatientInnen, bei denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob die Wahl des Herzschrittmachersystems gemäß der geltenden Leitlinie erfolgt ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie oft sowohl die Therapieentscheidung als auch die Systemwahl in Abstimmung mit der geltenden Leitlinie erfolgt ist.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 92,32%.

Damit lag bei 92 bis 93 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in deitschen Krankenhäusern wegen langsamer Herzrhythmusstörungen einen Herzschrittmacher erhielten, eine leitlinienkonforme Systemwahl vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 92,32% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Herzschrittmacher, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.


« Zurück

2006/09n1-HSM-IMPL/76124 (Entscheidung für die Herzschrittmacher-Behandlung und die Auswahl des Herzschrittmachersystems)

Qualitätsziel
Die Entscheidung für die Herzschrittmacher-Behandlung und die Auswahl des Herzschrittmachersystems soll möglichst häufig so erfolgen, wie dies in den Leitlinien zur Herzschrittmacherbehandlung empfohlen wird.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Zu den Erkrankungen, die einen Herzschrittmacher notwendig werden lassen, zählen die sogenannten bradykarden Rhythmusstörungen. Bei dieser Art der Rhythmusstörung schlägt das Herz ungewöhnlich langsam (Bradykardie, griech: βραδυκαρδία – bradikardía; wörtlich übersetzt: die „Langsamherzigkeit“), d. h. mit 60 Herzschlägen pro Minute oder weniger. Diese Rhythmusstörungen können nur gelegentlich oder dauerhaft vorhanden sein.

Die Ursache des verlangsamten Herzschlages (Bradykardie) liegt in der Erregungsbildung oder der Erregungsleitung im Herzen begründet. Eine Bradykardie kann auf verschiedene Weise festgestellt werden. Man kann den Puls fühlen, d. h. die Pulsschläge pro Minute zählen, oder das Herz abhören. Der Nachweis durch ein Elektrokardiogramm, kurz EKG genannt, ist die gebräuchlichste Methode zur Diagnose (Feststellung) des verlangsamten Herzschlages. Das EKG registriert die elektrische Aktivität des Herzmuskels und zeichnet diese auf.

Die Entscheidung des behandelnden Arztes, einen Herzschrittmacher einzusetzen, soll sich an der aktuellen Leitlinie für diesen Bereich „Herzschrittmacherimplantation“ orientieren (Lemke et al. 2005: Leitlinie zur Herzschrittmachertherapie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung).

Was sind Leitlinien?
Zur Unterstützung und als Entscheidungshilfe für Ärzte, Pflegepersonal und andere im Gesundheitswesen tätige Mitarbeiter werden so genannte Leitlinien erarbeitet.

Leitlinien werden für verschiedene medizinische Bereiche erstellt, indem nationale und internationale wissenschaftliche Studien und Erfahrungen zusammengetragen und ausgewertet werden. Leitlinien geben damit die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse wieder. Sie sollen durch Formulierung klarer Behandlungsempfehlungen zu einer Verbesserung der Qualität in Diagnosestellung und Therapie beitragen.

In Deutschland werden Leitlinien von einzelnen Fachgesellschaften, Berufsverbänden, der Bundesärztekammer, von Krankenhausträgern und ähnlichen Institutionen entwickelt und veröffentlicht.

Der geltenden Leitlinie entsprechend sollen Patienten, bei denen eine verlangsamte Herzfrequenz von weniger als 60 Schlägen pro Minute festgestellt wurde und die außerdem zusätzliche Krankheitsanzeichen (Symptome) haben, wie

Schwindel,

plötzliche kurzzeitige Bewusstlosigkeit (Synkope),

Atemnot,
in der Regel einen Herzschrittmacher zur Stimulation des Herzschlages erhalten.

Daneben gibt es bradykarde Rhythmusstörungen, die bedrohlich werden können und die unbehandelt die Lebenserwartung der betroffenen Patienten verkürzen. In diesen Fällen kann ein Herzschrittmacher auch bei völlig beschwerdefreien Patienten erforderlich sein.

Der behandelnde Arzt entscheidet auf Grund des Krankheitsbildes des betreffenden Patienten, an welcher Stelle das Herz durch den Schrittmacher stimuliert werden soll. Faktoren wie die Grunderkrankung des Herzens und Art und Häufigkeit der zugrunde liegenden Rhythmusstörung fließen in den Entscheidungsprozess ein. Genauso werden das Alter des Patienten und dessen Allgemeinzustand in die Betrachtung einbezogen.

Die Entscheidung des behandelnden Arztes, einen Herzschrittmacher einzusetzen (Indikation), soll sich an der aktuellen Leitlinie für den Bereich „Herzschrittmacherimplantation“ orientieren. Die Leitlinie ersetzt allerdings nicht die individuelle Beurteilung jedes einzelnen Patienten und die Anpassung der Behandlung an die spezielle Situation.

Je nach Krankheitsbild werden die Schrittmachersonden an folgenden Stellen positioniert:

im Vorhof (Atrium),
in der Herzkammer (Ventrikel) oder
in Vorhof und Kammer (Atrium und Ventrikel).
Dementsprechend wird ein geeignetes Schrittmachermodell ausgewählt. Dieser Vorgang wird als Systemwahl bezeichnet.

Ergänzend zu den Qualitätsindikatoren Indikation und Systemwahl hat die BQS-Fachgruppe Herzschrittmacher einen Qualitätsindikator definiert, der für jeden Patienten überprüft, ob sowohl die Indikation, als auch die Systemwahl leitlinienkonform war. Dieser Qualitätsindikator stellt somit quasi die Schnittmenge zwischen den erst genannten Qualitätsindikatoren dar.

Ziel aller Krankenhäuser muss es sein, sowohl die Entscheidung zur Herzschrittmacherimplantation (das Einsetzen eines Schrittmachers) als auch die Systemwahl so eng wie möglich an die geltenden Leitlinien anzulehnen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, bei denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob die Therapieentscheidung und die Systemwahl gemäß der geltenden Leitlinie erfolgt ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie oft die Entscheidung zur Herzschrittmacherbehandlung und die Auswahl des Herzschrittmachersystems in Abstimmung mit der geltenden Leitlinie erfolgt sind.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 80%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 81,22%.

Damit lagen bei 81 bis 82 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in deutschen Krankenhäusern wegen langsamer Herzrhythmusstörungen einen Herzschrittmacher erhielten, eine leitlinienkonforme Indikationsstellung und eine leitlinienkonforme Systemwahl vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einem Ergebnis von 80% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 81,22% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Herzschrittmacher, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/09n1-HSM-IMPL/9962 (Entscheidung für die Herzschrittmacher-Behandlung)

Qualitätsziel
Die Entscheidung für die Herzschrittmacher-Behandlung soll möglichst häufig so erfolgen, wie dies in den Leitlinien zur Herzschrittmacherbehandlung empfohlen wird.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Zu den Erkrankungen, die einen Herzschrittmacher notwendig werden lassen, zählen die sogenannten bradykarden Rhythmusstörungen. Bei dieser Art der Rhythmusstörung schlägt das Herz ungewöhnlich langsam (Bradykardie, griech: – bradikardía; wörtlich übersetzt: die „Langsamherzigkeit“), d. h. mit 60 Herzschlägen pro Minute oder weniger. Diese Rhythmusstörungen können nur gelegentlich oder dauernd vorhanden sein.

Die Ursache des verlangsamten Herzschlages (Bradykardie) liegt in der Erregungsbildung oder der Erregungsleitung im Herzen begründet. Eine Bradykardie kann auf verschiedene Weise festgestellt werden. Man kann den Puls fühlen, d. h. die Pulsschläge pro Minute zählen, oder das Herz abhören. Der Nachweis durch ein Elektrokardiogramm, kurz EKG genannt, ist die gebräuchlichste Methode zur Diagnose (Feststellung) des verlangsamten Herzschlages. Das EKG registriert die elektrische Aktivität des Herzmuskels und zeichnet diese auf.

Der geltenden Leitlinie entsprechend sollten Patienten in der Regel einen Herzschrittmacher zur Stimulation des Herzschlages erhalten, wenn bei ihnen eine verlangsamte Herzfrequenz von weniger als 60 Schlägen pro Minute festgestellt wurde und außerdem zusätzliche Krankheitsanzeichen (Symptome) vorliegen, wie z. B.

Schwindel,
plötzliche kurzzeitige Bewusstlosigkeit (Synkope),
Atemnot,
eingeschränkte Belastbarkeit
Außerdem gibt es bradykarde Herzrhythmusstörungen, die bedrohlich werden können und die unbehandelt die Lebenserwartung der betroffenen Patienten verkürzen. In diesen Fällen kann ein Herzschrittmacher auch bei völlig beschwerdefreien Patienten erforderlich sein.


Ziel aller Krankenhäuser muss es sein, die Entscheidung zugunsten eines Herzschrittmachers bei langsamen (bradykarden) Herzrhythmusstörungen in enger Anlehnung an die geltende Leitlinie zu treffen. Die Leitlinie ersetzt allerdings nicht die individuelle Beurteilung jedes einzelnen Patienten und die Anpassung der Behandlung an die spezielle Situation.

Qualitätsziel und Kennzahl
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle PatientInnen, bei denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob die Therapieentscheidung gemäß der geltenden Leitlinie erfolgt ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie oft die Herzschrittmachertherapie in Abstimmung mit der geltenden Leitlinie erfolgt ist.

Das Qualitätsziel gilt dann als erreicht, wenn in einem Krankenhaus mindestens 90% der Schrittmacherimplantationen leitliniengerecht vorgenommen wurden.

Ein Kennzahlergebnis von mindestens 90% weist auf gute Qualität in der Diagnosestellung hin.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Patient(inn)en, bei denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob die Therapieentscheidung gemäß der geltenden Leitlinie erfolgt ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie oft die Herzschrittmachertherapie in Abstimmung mit der geltenden Leitlinie erfolgt ist.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 87,31%.

Damit lag bei ca. 87 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in deitschen Krankenhäusern wegen langsamer Herzrhythmusstörungen einen Herzschrittmacher erhielten, eine leitliniengemäße Therapieentscheidung vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 87,31% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Herzschrittmacher, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/10n2-KAROT/68415 (Schlaganfälle oder Tod infolge einer Operation zur Erweiterung der Halsschlagader)

Qualitätsziel

Das Verhältnis von beobachteten und erwarteten perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen soll angemessen niedrig sein.


Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Jede Operation an der Halsschlagader kann zu Komplikationen führen. Die schwerwiegendsten Komplikationen sind Schlaganfälle oder Todesfälle.

Wie häufig diese Komplikationen nach der Operation auftreten, hängt dabei nicht alleine von der Versorgungsqualität eines Krankenhauses ab. Auch unterschiedliche Risikofaktoren des einzelnen Patienten beeinflussen die Komplikationsrate.

Solche Risikofaktoren sind z. B.:

Begleiterkrankungen,
Lebensalter,
Störungen der Hirnfunktion vor der Operation,
Verengung weiterer hirnversorgender Schlagadern.
So treten Todesfälle beispielsweise bei Patienten mit schweren Begleiterkrankungen häufiger auf als bei Patienten, die neben der Verengung der Halsschlagader unter keinen anderen schwerwiegenden Krankheiten leiden.

Um einen fairen Vergleich zwischen verschiedenen Krankenhäusern zu ermöglichen, wird bei der Berechnung für diesen Qualitätsindikator berücksichtigt, ob in einem Krankenhaus Patienten mit besonders vielen oder schwerwiegenden Risikofaktoren behandelt wurden.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle behandelten Patienten, welche Risikofaktoren vor der Operation bekannt waren und ob der Patient nach der Operation verstorben ist oder einen Schlaganfall erlitten hat.

An Hand der Risikofaktoren der behandelten Patienten wird für jedes Krankenhaus ein Wert errechnet, der besagt, mit wie vielen Schlaganfällen und Todesfällen nach Karotis- Operationen im Durchschnitt zu rechnen gewesen wäre (erwartete Rate).

Weiterhin wird berechnet, wie viele Patienten nach einer Operation der Halsschlagader tatsächlich einen Schlaganfall erlitten haben oder verstorben sind (beobachtete Rate).

Diese beiden Werte werden miteinander verglichen. Dazu wird eine Verhältniszahl gebildet. Ist diese Zahl größer als 1, sind in diesem Krankenhaus mehr Patienten verstorben oder haben einen Schlaganfall erlitten als erwartet. Das Krankenhaus hat also ein schlechteres Ergebnis erreicht als erwartet.

Ist die Zahl kleiner als 1 hat das Krankenhaus ein besseres Ergebnis erreicht als erwartet.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Das Ergebnis, das 2006 in deutschen Krankenhäusern erzielt wurde, liegt bei 1,0.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einem Ergebniswert von weniger als 1,0 erzielen ein besseres Ergebnis als der Bundesdurchschnitt. Krankenhäuser mit einem Ergebniswert von über 1,0 erzielen ein ungünstigeres Ergebnis als im Bundesdurchschnitt. Krankenhäuser mit einem Ergebniswert von mehr als 3,1 haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gefäßchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/10n2-KAROT/9556 (Entscheidung zur Operation einer Verengung der Halsschlagader ohne erkennbare Krankheitszeichen)

Qualitätsziel
Eine Operation zur Behandlung von Verengungen der Halsschlagader soll bei Patient(inn)en, bei denen bisher keine Krankheitsanzeichen aufgetreten sind (asymptomatische Karotisstenose), möglichst selten erfolgen, wenn die Verengung weniger als 60 Prozent beträgt.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Schlaganfälle können durch Verengungen oder Verschlüsse der Halsschlagader verursacht werden. Diese Verengungen (Karotisstenose) können z. B. durch Verkalkungen entstehen. Eine Operation an der Halsschlagader kann diese Verengungen beseitigen und dadurch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, senken.

Das Schlaganfallrisiko hängt entscheidend vom Ausmaß der Verengung (Stenosegrad) der Halsschlagader ab. Deshalb hat die genaue Feststellung einer Halsschlagaderverengung besonders große Bedeutung.

Die Verengung der Halsschlagader kann sich durch Krankheitsanzeichen bemerkbar machen, z. B. durch vorübergehende Lähmungserscheinungen. Dies wird als symptomatische Karotisstenose bezeichnet. Die Verengung kann aber auch durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt werden, ohne dass Krankheitszeichen (Symptome) bemerkbar gewesen sind. Dies wird als asymptomatische Karotisstenose bezeichnet.

Gewöhnlich entwickelt sich die Verengung der Halsschlagadern schleichend und unbemerkt. In der frühen Phase (d. h. bei weniger als 60 Prozent Verengungsgrad) ist bei symptomlosen Verengungen der Halsschlagader (asymptomatische Karotisstenose) das Schlaganfallrisiko im Vergleich zu gesunden Menschen, deren Halsschlagadern nicht eingeengt sind, leicht erhöht. Bei Einnahme von Medikamenten, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen, kann es gesenkt werden.

Ab einem Verengungsgrad von über 60 Prozent bietet eine Operation Vorteile. Eine operative Beseitigung dieser Verengungen der Halsschlagader bei Patient(inn)en ohne sichtbare Krankheitszeichen halbiert im Verlauf der ersten fünf Jahre nach der Operation die Schlaganfallrate bzw. das Risiko zu sterben von 12 auf 6 Prozent.

Dennoch muss sorgfältig abgewogen werden, ob das Risiko, ohne eine vorbeugende Erweiterung der Halsschlagader einen Schlaganfall zu bekommen, die Risiken dieser Operation überwiegt. So können sich z. B. während der Operation Kalkablagerungen (Plaques) von den Innenwänden der Halsschlagader lösen. Gelangen diese mit dem Blutfluss in das Gehirn, können sie dort Gefäße blockieren und das Absterben von Gehirnzellen verursachen, was zu dauerhaften Schäden für den Patienten führen kann.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das jeweilige Krankenhaus dokumentiert für jeden Patienten den Verengungsgrad der Halsschlagader.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt den Anteil der operierten Patienten ohne erkennbare Krankheitszeichen an, deren Halsschlagader zu mindestens 60% eingeengt war.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 80%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 91,43%.

Damit lag bei 91 bis 92 von 100 Patienten, bei denen 2006 in Deutschland im Krankenhaus eine Operation zur Erweiterung der Halsschlagader ohne erkennbare Krankheitszeichen durchgeführt wurde, ein Verengungsgrad von mindestens 60% vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einem Ergebnis von 80% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit einem Ergebnis von über 91,43% liegen über dem Bundesdurchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gefäßchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/10n2-KAROT/9559 (Entscheidung zur Operation einer Verengung der Halsschlagader mit erkennbaren Krankheitszeichen)

Qualitätsziel
Eine Operation zur Behandlung von Verengungen der Halsschlagader soll bei Patient(inn)en, bei denen bereits Krankheitsanzeichen aufgetreten sind (symptomatische Karotisstenose), möglichst selten erfolgen, wenn die Verengung weniger als 50 Prozent beträgt.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Schlaganfälle können durch Verengungen oder Verschlüsse der Halsschlagader verursacht werden. Diese Verengungen (Karotisstenose) können z. B. durch Verkalkungen entstehen. Eine Operation an der Halsschlagader kann diese Verengungen beseitigen und dadurch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, senken.

Das Schlaganfallrisiko hängt entscheidend vom Ausmaß der Verengung (Stenosegrad) der Halsschlagader ab. Deshalb hat die genaue Feststellung einer Halsschlagaderverengung besonders große Bedeutung.

Die Verengung der Halsschlagader kann sich durch Krankheitsanzeichen bemerkbar machen, z. B. durch vorübergehende Lähmungserscheinungen. Dies wird als symptomatische Karotisstenose bezeichnet. Die Verengung kann aber auch durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt werden, ohne dass Krankheitszeichen (Symptome) bemerkbar gewesen sind. Dies wird als asymptomatische Karotisstenose bezeichnet.

Bei einer symptomatischen Karotisstenose ist das Risiko, einen schweren Schlaganfall zu erleiden, besonders hoch. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Ist die Halsschlagader zu mehr als 50 Prozent verengt, ist eine vorbeugende Erweiterungsoperation in der Regel empfehlenswert. Dadurch vermindert sich das Risiko, innerhalb der kommenden fünf Jahre einen Schlaganfall zu erleiden, um nahezu 5 Prozent.
Noch deutlicher werden die Vorteile einer Operation, wenn eine Halsschlagader zu mehr als 70 Prozent eingeengt ist: Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, sinkt um 16 Prozent im Vergleich zu Patienten, die nur mit Medikamenten behandelt werden.
Von einer Operation ist jedoch in der Regel abzuraten, wenn der Grad der Verengung der Halsschlagader weniger als 30 Prozent beträgt. In diesem Fall sind die Risiken des Eingriffs höher als der zu erwartende Nutzen.


Für alle Patienten, die innerhalb der vorangegangenen 6 Monate


einen Schlaganfall,
eine einseitige Sehstörung (Amaurosis fugax),
einen "kleinen Schlaganfall" (transistorische ischämische Attacke - abgekürzt: TIA -, macht sich z. B. durch vorübergehende Lähmungserscheinungen bemerkbar)
erlitten haben, bestehen die erforderlichen Voraussetzungen für eine Operation der Halsschlagader. Ist die Halsschlagader auf derselben Seite des Körpers, auf der sich die Ausfallserscheinungen gezeigt haben, zu mindestens 50 Prozent verengt, so ist eine operative Wiederherstellung der Durchlässigkeit dieser Halsschlagader angezeigt.


Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das jeweilige Krankenhaus dokumentiert für jeden Patienten den Verengungsgrad der Halsschlagader.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt den Anteil der operierten Patienten mit erkennbaren Krankheitszeichen an, deren Halsschlagader zu mindestens 50% eingeengt war.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 96.37%.

Damit lag bei 96 bis 97 von 100 Patienten, bei denen 2006 in Deutschland im Krankenhaus eine Operation zur Erweiterung der Halsschlagader mit erkennbaren Krankheitszeichen durchgeführt wurde, ein Verengungsgrad von mindestens 50% vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einem Ergebnis von 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit einem Ergebnis von über 96,37% liegen über dem Bundesdurchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gefäßchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/12n1-CHOL/44783 (Klärung der Ursachen angestaute Gallenflüssigkeit vor der Gallenblasenentfernung)

Qualitätsziel
Wenn vor einer Gallenblasenentfernung ein Gallenstau besteht, soll möglichst häufig die Ursache des Gallenstaus vor der Operation untersucht werden.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Die Gallenflüssigkeit kann sich sowohl innerhalb der Leber (intrahepatisch) als auch außerhalb (extrahepatisch) anstauen. Der Gallenstau außerhalb der Leber (extrahepatische Cholestase) wird durch einen Verschluss der Gallengänge verursacht. Die Gallenwege können aus verschiedenen Gründen blockiert sein, beispielsweise durch Gallensteine oder Tumoren.

Die verschiedenen Ursachen des Gallenstaus erfordern unterschiedliche Behandlungen. Deshalb ist es erforderlich, dass bei einem Gallenstau vor einer Gallenblasenoperation (präoperativ) durch eine Untersuchung der Gallengänge geklärt wird, wodurch der Gallenstau verursacht wird. Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, welche Behandlungsweise angemessen ist.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle PatientInnen mit einem Gallenstau außerhalb der Leber (extrahepatisch), ob dessen Ursachen vor der Gallenblasenoperation (präoperativ) durch eine Untersuchung der Gallengänge abgeklärt wurden.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, die angibt, wie hoch der Anteil der Patient(inn)en ist, bei denen die Gallenwege im Vorfeld der Gallenblasenoperation untersucht wurden, um die Gründe für einen vorliegenden Gallenstau außerhalb der Leber zu klären.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei 100%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Bei der Interpretation von Ergebnissen sollte berücksichtigt werden, dass in besonderen Einzelfällen durchaus begründet auf die Durchführung der Untersuchung verzichtet werden kann. Daher sind auch Ergebnisse, die nahe bei 100% liegen, in der Regel als qualitativ gut anzusehen.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 95,60%.

Damit wurden im Jahr 2006 bei 95 bis 96 von 100 Patienten die Ursachen eines Gallenstaus vor der Operation im Krankenhaus geklärt.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 100% haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 95,60% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Viszeralchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/12n1-CHOL/44800 (Feingewebliche Untersuchung der entfernten Gallenblase)

Qualitätsziel
Nach einer Gallenblasenentfernung soll die entfernte Gallenblase möglichst häufig feingeweblich untersucht werden.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Um festzustellen, wie stark die entfernte Gallenblase geschädigt ist oder ob möglicherweise sogar eine bis dahin nicht bekannte Krebserkrankung der Gallenblase vorliegt, wird sie nach ihrer Entfernung (postoperativ) von einem auf Gewebeuntersuchungen spezialisierten Arzt (Pathologen), feingeweblich (histologisch) untersucht.

Mit diesem Schritt wird überprüft, ob der behandelnde Arzt die Krankheit vor der Operation richtig erkannt und eingeschätzt hat.

Außerdem kann nur mit dieser Gewebeuntersuchung durch den Pathologen nach der Operation endgültig festgestellt oder ausgeschlossen werden, dass eine bösartige Veränderung, wie beispielsweise ein bis dahin unbekannter Gallenblasenkrebs, besteht.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle PatientInnen, denen die Gallenblase entfernt wurde, ob nach der Operation (postoperativ) eine Gewebeuntersuchung der entnommenen Gallenblase durch den zuständigen Facharzt, den Pathologen, erfolgt ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, die angibt, wie hoch der Anteil der Patient(inn)en ist, denen die Gallenblase entfernt wurde und deren entfernte Gallenblase anschließend durch einen Pathologen unter dem Mikroskop begutachtet wurde.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei 100%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.
Bei der Interpretation von Ergebnissen sollte berücksichtigt werden, dass in besonderen Einzelfällen durchaus begründet auf die Durchführung der Untersuchung verzichtet werden kann.
Daher sind auch Ergebnisse, die nahe bei 100% liegen, in der Regel als qualitativ gut anzusehen.


Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 98,88%.

Damit wurden in Deutschland im Jahr 2006 in den Krankenhäusern in 98 bis 99 von 100 Fällen die entfernten Gallenblasen postoperativ durch einen Facharzt mikroskopisch untersucht und beurteilt.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 100% haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 98,88% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Viszeralchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/12n1-CHOL/44927 (Ungeplante Folgeoperation(en) wegen Komplikation(en))

Qualitätsziel
Nach Gallenblasenentfernungen sollen möglichst selten Folgeoperationen zur Behandlung von Komplikationen erforderlich sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Tritt nach einer Operation eine Komplikation auf, können ungeplante Folgeoperationen (Reintervention) erforderlich werden. Abgesehen von den generellen Risiken, die jede Operation mit sich bringt, können die Auswirkungen für die betroffenen Patient(inn)en erheblich sein:

Der Heilungsprozess verzögert sich, der Krankenhausaufenthalt wird verlängert.

Häufig müssen die Betroffenen zusätzlich Medikamente einnehmen. Insgesamt sind die Patient(inn)en einer erheblich größeren körperlichen und psychischen Belastung ausgesetzt.

Auch während einer Gallenblasenoperation können schwerwiegende Komplikationen auftreten, z. B. Verletzungen des Darmes oder von Blutgefäßen. Eine der folgenschwersten Komplikationen ist, wenn der Hauptgallengang während der Operation durchtrennt oder verletzt wird.

Geplante Gallenblasenentfernungen ziehen weniger Komplikationen nach sich als Notfalloperationen.

Ziel aller Krankenhäuser muss es daher sein, Komplikationen zu vermeiden, die Folgeoperationen notwendig machen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, denen die Gallenblase entfernt wurde, ob Folgeoperationen auf Grund von Komplikationen durchgeführt werden mussten.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, die angibt, wie hoch der Anteil der Patient(inn)en ist, denen die Gallenblase entfernt wurde und die anschließend infolge auftretender Komplikationen ein weiteres Mal operiert wurden.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 1,11%.

Damit trat bei 1 bis 2 von 100 Patient(inn)en, bei denen 2006 in Deutschland die Gallenblase im Krankenhaus entfernt wurde, eine Komplikation auf, die eine Folgeoperation nach sich zog.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 1,11% liegen über dem Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 1,5% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Viszeralchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/15n1-GYN-OP/47637 (Vorbeugende Gabe von Antibiotika bei Gebärmutterentfernungen)

Qualitätsziel
Möglichst häufig vorbeugende Gabe von Antibiotika bei Gebärmutterentfernungen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Wenn Operationswunden sich entzünden (Wundinfektion), können schwerwiegende Komplikationen entstehen. Die Entzündung einer Operationswunde kann sehr schmerzhaft sein, Folgeoperationen können erforderlich werden. Insgesamt bedeutet dies eine zusätzliche körperliche und seelische Belastung für die Patientinnen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass durch die rechtzeitige Gabe von Antibiotika (Medikamente, die Entzündungserreger bekämpfen) die Entstehung von Wundinfektionen bei Gebärmutterentfernungen verhindern kann.

Möglichst viele Patientinnen sollten deshalb vorbeugend Antibiotika erhalten, um Entzündungen der Operationswunden zu verhindern.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert, wie viele Patientinnen, deren Gebärmutter entfernt wurde (Hysterektomie), vorbeugend Antibiotika erhalten haben.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie viele Patientinnen, deren Gebärmutter entfernt wurde, vorbeugend Antibiotika erhalten haben.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 89,98%.

Damit ist bei 90 von 100 Patientinnen mit Gebärmutterentfernung 2006 in deutschen Krankenhäusern eine vorbeugende Gabe von Antibiotika erfolgt.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einem Ergebnis von 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 89,98% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gynäkologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/15n1-GYN-OP/50554 (Vorbeugende Medikamentengabe zur Vermeidung von Blutgerinnseln bei Gebärmutterentfernungen)

Qualitätsziel
Möglichst häufig vorbeugende Gabe von Medikamenten zur Vermeidung von Blutgerinnseln bei Gebärmutterentfernungen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) wird als Thrombose bezeichnet.

Thrombosen entstehen besonders dann, wenn der Blutstrom verlangsamt wird. Eine solche Verlangsamung kann durch langes Sitzen – etwa im Flugzeug bei Langstreckenflügen – oder langes Liegen – z. B. durch Ruhigstellung nach Operationen – hervorgerufen werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Thrombose entsteht, kann erheblich vermindert werden, wenn vorbeugend bestimmte Medikamente gegeben werden. Dadurch sinkt auch die Gefahr einer Lungenembolie (Verschleppung eines Thrombus in die Lunge) deutlich.

Für die meisten Frauen unter 40 Jahren besteht bei der Gebärmutterentfernung nur ein geringes Thromboserisiko. Möglichst viele Patientinnen ab dem Alter von 40 Jahren sollten deshalb vorbeugend Medikamente zur Vermeidung von Thrombosen erhalten.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert, wie vielen Patientinnen, die älter als 40 Jahre sind und die sich einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) unterziehen, vorbeugend Medikamente zur Verhinderung von Thrombosen verabreicht wurden.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie viele über 40-jährige Patientinnen, deren Gebärmutter entfernt wurde, vorbeugend Medikamente erhielten.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2005 bei mindestens 95%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 98,81%.

Damit ist bei 98 bis 99 von 100 Patientinnen mit Gebärmutterentfernung 2006 in deitschen Krankenhäusern eine vorbeugende Gabe von Medikamenten zur Vermeidung von Blutgerinnseln erfolgt.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit einem Ergebnis von über 98,81% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gynäkologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/16n1-GEBH/49523 (Vorgeburtliche Gabe von Medikamenten zur Unterstützung der Lungenentwicklung bei Frühgeborenen)

Qualitätsziel
Bei drohenden Frühgeburten soll möglichst häufig eine Kortisonbehandlung zur Unterstützung der Lungenreife durchgeführt werden.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Eine Schwangerschaft dauert bei normalem Verlauf 40 Wochen. Die Berechnung der Schwangerschaftsdauer erfolgt ab der letzten erfolgten Regelblutung (Menstruation) in Tagen. 280 Tage kennzeichnen eine normale Schwangerschaftsdauer.

Als Frühgeborene werden Kinder betrachtet, bei denen die Schwangerschaftsdauer weniger als 260 Tage betragen hat. Meistens wiegen die früh geborenen Kinder („Frühchen“) weniger als 2.500 Gramm. Ein normales Geburtsgewicht liegt bei rund 3.500 Gramm.

Droht eine Frühgeburt, sind Beobachtung und Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Um den Geburtstermin möglichst lange hinauszuzögern, damit das Kind sich so lange wie möglich im Mutterleib entwickeln kann, wird der werdenden Mutter häufig Bettruhe in Kombination mit wehenhemmenden Medikamenten verordnet. Dennoch kann eine Frühgeburt nicht immer vermieden werden.

Für frühgeborene Kinder ist besonders problematisch, dass ihre Organe noch nicht vollständig ausgereift sind. Besonders die sogenannte „Lungenreife“ ist von entscheidender Bedeutung für das Überleben der Kinder.

Bei der noch nicht genügend ausgereiften Lunge droht das sogenannte Atemnotsyndrom des Neugeborenen. Diese Erkrankung kann zu bleibenden Schäden bis hin zu Todesfällen führen.

Zur Förderung der Lungenreife des Kindes können der Mutter vor der Geburt bestimmte Medikamente (Kortison, auch als Kortikosteroid bezeichnet) gegeben werden. Kortison lässt die Lunge des Kindes frühzeitiger im Mutterleib ausreifen. Das Medikament wird der Mutter in der Regel zweimal im Abstand von 24 Stunden verabreicht.

Bei korrekter Anwendung bleibt diese Behandlung ohne negative Folgen für Mutter und Kind.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Frühgeborenen, die zwischen den Schwangerschaftswochen 24 und 34 lebend geboren wurden, ob eine Kortikosteroidbehandlung (Kortisontherapie) zur Förderung der Lungenreife durchgeführt wurde.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen der Frühgeburten die Lungenreifebehandlung durchgeführt wurde.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 95%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 79,09%.

Damit wurde bei 79 von 100 drohenden Frühgeburten 2006 in Deutschland im Krankenhaus eine Kortisonbehandlung zur Unterstützung der Lungenreife durchgeführt.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 79,09% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Perinatalmedizin, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/16n1-GEBH/68383 (Zeitspanne zwischen dem Entschluss zum Notfallkaiserschnitt und der Entbindung des Kindes)

Qualitätsziel
Die Zeit zwischen dem Entschluss zu einem Notfallkaiserschnitt und der Entbindung des Kindes soll höchstens 20 Minuten betragen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Ein sogenannter Kaiserschnitt (Fachbezeichnungen: Sectio caesarea, Schnittentbindung) ist eine Operation, mit der eine Geburt beendet wird. Das Kind wird durch diese Operation aus dem Mutterleib entbunden.

Der Schnitt erfolgt in der Unterbauchgegend der Mutter unterhalb der Schamhaarlinie.

Der Kaiserschnitt kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein:
Der primäre Kaiserschnitt wird bereits vor der Geburt geplant. Man entscheidet also zugunsten der Operation, bevor der natürliche Geburtsvorgang eingesetzt hat. Der Grund für diese Entscheidung ist, dass schon vor der Geburt erkennbar ist, dass eine besondere Gefährdung für Mutter und Kind im Laufe einer natürlichen Geburt besteht.

Wenn es im Verlauf der natürlichen Geburt zu Komplikationen kommt, die die Mutter oder das Kind gefährden, wird ein sekundärer Kaiserschnitt durchgeführt.

Als Notfall- oder Notkaiserschnitt wird ein Kaiserschnitt bezeichnet, bei dem die Operation besonders schnell begonnen werden muss. Dies ist der Fall, wenn eine akute Gefahr für Mutter oder Kind besteht, die ein sofortiges Eingreifen erfordert.

Gründe für einen Notkaiserschnitt können z. B. vorliegen, wenn

die Herzfrequenz des Kindes dramatisch absinkt,
der Mutterkuchen (Plazenta) sich ablöst,
die Nabelschnur eingeklemmt ist oder ein Nabelschnurknoten zugezogen wird,
die Gebärmuttermuskulatur aufreißt (Uterusruptur).
Die überwiegende Zahl der Notfallkaiserschnitte wird wegen einer akuten Gefährdung des ungeborenen Kindes durchgeführt.

Alle Komplikationen im Zeitraum der Geburt können zu einem Sauerstoffmangel für das Kind und damit möglicherweise zu dauerhaften Schädigungen oder Todesfällen führen. Um die Gefahr für Schäden des Kindes so gering wie möglich zu halten, muss sehr schnell gehandelt werden.

Die Zeitspanne zwischen der Entscheidung, einen Notfallkaiserschnitt auszuführen, bis zur Geburt des Kindes per (Not-)Kaiserschnitt wird Entschluss-Entbindungs-Zeit – abgekürzt: E-E-Zeit – genannt.

Zwischen dem Entschluss zum Kaiserschnitt und der Geburt des Kindes sollen höchstens 20 Minuten verstreichen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Notfallkaiserschnitte die E-E-Zeit.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen der Notfallkaiserschnitte das Krankenhaus das Ziel von höchstens 20 Minuten erreicht hat.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 95%.
Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 96,12%.

Damit betrug bei 96 von 100 Notfallkaiserschnitten, die 2006 in deutschen Krankenhäusern durchgeführt wurden, die Zeit zwischen Entschluss zur Operation und Geburt des Kindes höchstens 20 Minuten.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht.

Krankenhäuser mit mehr als 96,12% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Perinatalmedizin, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/16n1-GEBH/737 (Anwesenheit eines Kinderarztes bei Frühgeburten)

Qualitätsziel:
Bei Frühgeburten soll möglichst häufig ein spezialisierter Kinderarzt anwesend sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Eine Schwangerschaft dauert bei normalem Verlauf 40 Wochen. Die Berechnung der Schwangerschaftsdauer erfolgt ab der letzten erfolgten Regelblutung (Menstruation) in Tagen. 280 Tage kennzeichnen eine normale Schwangerschaftsdauer.

Als Frühgeborene werden Kinder betrachtet, bei denen die Schwangerschaftsdauer weniger als 260 Tage betragen hat. Meistens wiegen die frühgeborenen Kinder („Frühchen“) weniger als 2.500 Gramm. Ein normales Geburtsgewicht liegt bei rund 3.500 Gramm.

Spezialisierte Fachärzte sind für die Versorgung aller gefährdeten Neugeborenen und damit auch für die Versorgung frühgeborener Kinder ausgebildet.

Ein Pädiater, ein Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, soll bereits bei der Geburt der „Frühchen“ anwesend sein. Für die Behandlung der frühgeborenen Kinder werden nach Möglichkeit im Bereich Neonatologie (Neugeborenenmedizin) spezialisierte Kinderärzte einbezogen.

Für das Wohlergehen der frühgeborenen Kinder ist darüber hinaus wichtig, dass die gesamte Organisation und Struktur des Krankenhauses für die besonderen Anforderungen der Behandlung dieser Kinder geeignet sind.

Hoch qualifiziertes Fachpersonal und technisch gut ausgestattete, nah beieinander liegende Behandlungsräume sind unerlässlich. Eine angeschlossene neonatologische Abteilung, die rund um die Uhr besetzt sein soll, und eine enge Zusammenarbeit von Geburtshilfe und Neonatologie sind wichtige Voraussetzungen für die Gesundheit und das Überleben möglichst vieler gefährdeter Neugeborener.

Jedes Krankenhauses soll die Anwesenheit eines zuständigen Facharztes – des Pädiaters – bei der Geburt von Kindern, die vor der 35. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, gewährleisten.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus, ob bei der Geburt eines Frühgeborenen ein Pädiater anwesend war.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Frühgeburten ein Pädiater anwesend war.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 88,26%.

Damit war bei 88 von 100 Frühgeburten im Krankenhaus ein spezialisierter Kinderarzt bei der Geburt anwesend.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 88,26% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Perinatalmedizin, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/17n2-HÜFT-TEP/45013 (Ausrenkung des künstlichen Hüftgelenkes nach der Operation)

Qualitätsziel
Nach Einsatz von künstlichen Hüftgelenken sollen möglichst selten Ausrenkungen auftreten.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Nachdem ein künstliches Hüftgelenk (Gelenkprothese) eingesetzt und eingepasst wurde, soll es richtig und sicher sitzen. In seltenen Fällen kann es zu Ausrenkungen (Luxationen) des neuen Hüftgelenks kommen. Dabei gleitet der Gelenkkopf aus der Gelenkpfanne heraus und gerät in eine falsche Position, in der das Hüftgelenk „sperrt“, also nicht mehr bewegt werden kann.

Diese Komplikation ist folgenschwer und tritt meistens innerhalb der ersten acht Wochen nach dem Einsetzen der Gelenkprothese auf. Solche Ausrenkungen des künstlichen Hüftgelenkes können operationstechnische Gründe haben oder auftreten, weil bei manchen Patienten besondere Voraussetzungen bestehen. Beispielsweise kann die umliegende Muskulatur, die maßgeblich zum stabilen Funktionieren des Hüftgelenkes beiträgt, schon vor der Operation geschwächt sein, so dass das Gelenk nicht ausreichend fest in seiner Position gehalten wird.

Die Ausrenkung ist schmerzhaft für die betroffenen Patient(inn)en und muss in jedem Fall korrigiert werden. Dazu muss der Gelenkkopf wieder in seine richtige Position in der Gelenkpfanne gebracht, also eingerenkt werden (Reposition).

Hier werden nur Ausrenkungen erfasst, die während des Krankenhausaufenthaltes auftreten.

Sollte eine Ausrenkung mehr als ein Mal auftreten, muss eine nochmalige Operation zur Korrektur erwogen werden. Bei etwa einem Viertel der Fälle, bei denen ein erneuter Eingriff zur Behebung des Problems erforderlich wird, fehlt dem künstlichen Hüftgelenk dauerhaft die nötige Stabilität.

Diese schwerwiegende Komplikation gilt es also zu vermeiden.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle PatientInnen, bei denen erstmalig ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wurde (Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation), ob nach der Operation Ausrenkungen (Endoprothesenluxationen) aufgetreten sind.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en nach dem erstmaligen Erhalt eines künstlichen Hüftgelenkes Ausrenkungen vorgekommen sind.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 0,62%.

Damit lag bei weniger als 1 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in Deutschland zum ersten Mal einen Hüftgelenkersatz erhielten, eine Ausrenkung (Endoprothesenluxation) bereits während des Krankenhausaufenthaltes vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 0,62% liegen besser als der Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 5% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/17n2-HÜFT-TEP/45059 (Ungeplante Folgeoperation(en) wegen Komplikation(en))

Qualitätsziel
Nach Einsatz von künstlichen Hüftgelenken sollen möglichst selten Folgeoperationen zur Behandlung von Komplikationen erforderlich sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes (Implantation) ist eine häufig durchgeführte, geplante und umfassend vorbereitete Operation.

Dennoch können nach einer Hüft-Endoprothesen-Implantation (postoperativ) Komplikationen vorkommen. Diese Komplikationen können zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten (Früh- und Spätkomplikationen). Hier werden nur Komplikationen erfasst, die während des Krankenhausaufenthaltes auftreten.

Es können z. B. Nachblutungen oder Ausrenkungen des künstlichen Hüftgelenks (Luxation) auftreten oder die Operationswunde kann sich entzünden (Wundinfektion).

Tritt eine Komplikation auf, können ungeplante und gleichermaßen unerwünschte Folgeoperationen (Reintervention) erforderlich werden. Abgesehen von den generellen Risiken, die jeder operative Eingriff mit sich bringt, können die Auswirkungen auf die betroffenen Patient(inn)en erheblich sein: Der Heilungsprozess verzögert sich, der Krankenhausaufenthalt wird verlängert. Das bedeutet für die Patient(inn)en eine längere Einschränkung der Beweglichkeit und auch der Mobilität. Häufig müssen die Betroffenen zusätzlich Medikamente einnehmen. Alles in allem sind die Patient(inn)en einer erheblich größeren körperlichen und psychischen Belastung ausgesetzt, wenn der Heilungs- und Genesungsprozess wegen postoperativer Komplikationen und eventueller Folgeeingriffe länger dauert.

Wenn ein Krankenhaus nur wenige oder gar keine Folgeoperationen nach dem ersten Einsetzen des künstlichen Hüftgelenkes verzeichnet, kann man in der Regel davon ausgehen, dass es kaum oder gar nicht zu Komplikationen kam, die eine weitere Operation erforderlich machten.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Patient(inn)en, bei denen erstmalig ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wurde (Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation), ob nach der ersten Operation eine weitere, ursprünglich nicht vorgesehene Operation (Reintervention) durchgeführt werden musste.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en nach dem erstmaligen Erhalt des künstlichen Hüftgelenkes eine erneute, ungeplante Operation durchgeführt werden musste.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 2,46%.

Damit trat bei 2 bis 3 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in Deutschland zum ersten Mal im Krankenhaus einen Hüftgelenkersatz erhielten, eine Komplikation auf, die eine Folgeoperation nach sich zog.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 9% und weniger haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit weniger als 2,46% liegen besser als der Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:

BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/17n2-HÜFT-TEP/45108 (Entzündung des Operationsbereichs nach der Operation)

Qualitätsziel
Nach Einsatz von künstlichen Hüftgelenken sollen möglichst selten Entzündungen der Operationswunde auftreten.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Das Einsetzen (Implantation) eines künstlichen Hüftgelenkes ist eine der häufigsten orthopädischen Operationen. Dennoch können sich nach dem Einsetzen der Hüftprothese (postoperativ) Komplikationen entwickeln.

Die Entzündung (Infektion) eines künstlichen Gelenkersatzes ist eine gefürchtete Komplikation, die schwerwiegende Folgen haben kann.

Infektionen können auf verschiedenen Wegen in den Körper gelangen. In jedem Fall werden sie von Krankheitserregern hervorgerufen, die von außen beispielsweise in eine Wunde geraten und sich dann im Körper vermehren und ausbreiten.

Sie können aber auch bereits vor der Operation unbemerkt im Körper vorhanden gewesen sein und sich erst nach einer Prothesenimplantation, gefördert durch die Schwächung des Organismus nach einem solchen Eingriff, ausbreiten und erkennbar werden.

Patient(inn)en, die sich einer Gelenkprothesenoperation unterziehen, sind nicht von vornherein anfälliger für Entzündungen als in anderen operativen Fachgebieten. Dringen jedoch Krankheitserreger in das Umfeld des gerade eingesetzten künstlichen Gelenkes ein und vermehren sich dort, ist die Behandlung wegen des nun im Körper und im Bereich der Entzündung vorhandenen Fremdkörpers – des künstlichen Hüftgelenks – schwieriger als bei anderen Infektionen. Mit dem Auftreten dieser schweren Komplikation verlängert sich der Krankenhausaufenthalt; oft werden erneute Eingriffe (Folgeoperationen) und eine lange Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten (Antibiotika) erforderlich. Deshalb sollen Infektionen nach Hüftgelenkimplantationen sorgfältig vermieden werden.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob dasQualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle PatientInnen, bei denen erstmalig ein künstliches Hüftgelenk (Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation) eingesetzt wurde, ob nach der Operation Entzündungen im Bereich des künstlichen Gelenkersatzes aufgetreten sind.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen PatientInnen nach dem erstmaligen Erhalt eines künstlichen Hüftgelenkes Infektionen im Bereich der Operationswunde und des operierten Gelenks vorgekommen sind.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 0,82%.

Damit trat bei weniger als 1 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in Deutschland zum ersten Mal einen künstlichen Hüftgelenkersatz erhielten, nach der Erstoperation im Krankenhaus eine Infektion auf.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 0,82% liegen besser als der Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 3% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/17n5-KNIE-TEP/45059 (Ungeplante Folgeoperation(en) wegen Komplikation(en))

Qualitätsziel
Nach Einsatz von künstlichen Kniegelenken sollen möglichst selten Folgeoperationen zur Behandlung von Komplikationen erforderlich sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Das Einsetzen (Implantation) eines künstlichen Kniegelenkes ist eine häufig durchgeführte, geplante und umfassend vorbereitete Operation.

Dennoch können nach dem ersten Einsetzen einer Knieprothese (postoperativ) Komplikationen vorkommen. Beispielsweise können Blutungen auftreten oder die Operationswunde kann sich entzünden (Wundinfektion).

Tritt eine Komplikation auf, können dadurch ungeplante und gleichermaßen unerwünschte Folgeoperationen (Reinterventionen) erforderlich werden. Abgesehen von den generellen Risiken, die jeder operative Eingriff mit sich bringt, können die Auswirkungen auf die betroffenen Patient(inn)en erheblich sein:

Der Heilungsprozess verzögert sich und der Krankenhausaufenthalt wird verlängert. Damit geht eine längere Einschränkung der Beweglichkeit und auch der Mobilität der Patient(inn)en einher. Häufig müssen die Betroffenen zusätzlich Medikamente einnehmen. Alles in allem sind die Patient(inn)en einer erheblich größeren psychischen Belastung ausgesetzt, wenn Heilungs- und Genesungsprozess wegen Komplikationen nach der Erstoperation und eventueller Folgeeingriffe länger dauern.

Wenn ein Krankenhaus nur wenige oder gar keine Wiederholungsoperationen nach dem ersten Einsetzen des künstlichen Kniegelenkes verzeichnet, kann man in der Regel davon ausgehen, dass es kaum oder gar nicht zu Komplikationen kam, die eine weitere Operation erforderlich machten.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, bei denen erstmalig ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wurde, ob nach der ersten Operation eine weitere, ursprünglich nicht vorgesehene Operation (Reintervention) durchgeführt werden musste.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en nach dem erstmaligen Erhalt des künstlichen Kniegelenkes eine erneute, ungeplante Operation durchgeführt werden musste.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 1,98%.

Damit trat bei 2 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in Deutschland zum ersten Mal im Krankenhaus einen Kniegelenkersatz erhielten, eine Komplikation auf, die eine Folgeoperation nach sich zog.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 1,98% liegen besser als der Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 6% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/17n5-KNIE-TEP/47390 (Entzündung des Operationsbereichs nach der Operation)

Qualitätsziel
Nach Einsatz von künstlichen Kniegelenken sollen möglichst selten Entzündungen der Operationswunde auftreten.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Das Einsetzen (Implantation) eines künstlichen Kniegelenkes ist eine der häufigsten Operationen. Dennoch können sich nach dem Einsetzen der Knieprothese (postoperativ) Komplikationen entwickeln.

Die Entzündung (Infektion) eines künstlichen Gelenkersatzes ist eine gefürchtete Komplikation, die schwerwiegende Folgen haben kann.

Patient(inn)en, die sich einer solchen Operation unterziehen, sind nicht von vornherein anfälliger für Entzündungen als in anderen Fachgebieten. Dringen jedoch Krankheitserreger in das Umfeld des gerade eingesetzten künstlichen Gelenkes ein und vermehren sich dort, ist die Behandlung wegen des nun im Körper und im Bereich der Infektion vorhandenen Fremdkörpers – dem künstlichen Kniegelenk – schwieriger als bei anderen Infektionen. Mit dem Auftreten dieser schweren Komplikation verlängert sich der Krankenhausaufenthalt, oft werden erneute Eingriffe (Folgeoperationen) und eine lange Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten erforderlich.

Deshalb sollen Entzündungen nach künstlichem Kniegelenkersatz sorgfältig vermieden werden.

Infektionen können sich auf verschiedenen Wegen in den Körper einschleichen. In jedem Fall werden sie von Krankheitserregern hervorgerufen, die von außen beispielsweise in eine Wunde geraten und sich dann im Körper vermehren und ausbreiten.

Sie können aber auch bereits vor der Operation unbemerkt im Körper der Patient(inn)en vorhanden gewesen sein und sich erst nach einer Prothesenimplantation, gefördert durch die Schwächung des Organismus nach einem solchen Eingriff, ausbreiten und erkennbar werden.

Das Risiko, eine solche Entzündung zu entwickeln, erhöht sich mit zunehmendem Alter und auch durch Vorerkrankungen (z. B. Zuckerkrankheit).

Wichtige Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen sind die Wahl einer möglichst schonenden Operationstechnik, die Einhaltung der Hygienemaßnahmen, aber auch eine rechtzeitige vorbeugende Gabe von Antibiotika zur Operation (Prophylaxe).

Sollte dennoch nach der Erstoperation (postoperativ) eine Infektion entstanden sein, sind deren richtige und frühe Erkennung (Diagnose) und gezielte Behandlung entscheidend für eine kurze Verweildauer im Krankenhaus. Auch für die langfristig gute Funktion des Gelenkersatzes ist die schnelle und geeignete Therapie dieser Komplikation von großer Bedeutung.

Das Auftreten einer Infektion der Kniegelenkprothese nach der Operation ist eine schwerwiegende Komplikation.

Solche Infektionen können schmerzhaft sein und bei ungünstigem Verlauf zu einer Versteifung des Kniegelenkes bis hin zur Amputation des Unterschenkels oberhalb des Kniegelenkes führen.

Auf jeden Fall müssen aber zur Abheilung der Infektion über einen längeren Zeitraum hinweg erhöhte Dosen Antibiotika eingenommen werden und auch der Krankenhausaufenthalt kann sich verlängern.

In schweren Fällen muss die Prothese entfernt werden. Es kann dann monatelang dauern, bis erneut an das Einsetzen einer Prothese als Kniegelenkersatz gedacht werden kann. In der Zwischenzeit muss ein antibiotikagefüllter Platzhalter die Stelle des fehlenden Gelenkes einnehmen. Obwohl diese Behandlung oft zum Erfolg führt, bleibt die Gefahr eines erneuten Auflebens dieser Infektion bestehen.

Die Behandlung solcher Infektionen des Kniegelenkersatzes kann langwierig und mit großen Unannehmlichkeiten und Zeitverzögerungen im Heilungs- und Rehabilitationsprozess verbunden sein, was die psychische Belastung der betroffenen Patient(inn)en beträchtlich erhöht.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, bei denen erstmalig ein künstliches Kniegelenk (Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation) eingesetzt wurde, ob nach der Operation Infektionen im Bereich des künstlichen Gelenkersatzes aufgetreten sind.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en nach dem erstmaligen Erhalt eines künstlichen Kniegelenkes Infektionen im Bereich des operierten Gelenkes vorgekommen sind.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wird der Referenzbereich genutzt, um die auffälligsten Ergebnisse zu prüfen. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in deutschen Krankenhäusern erreicht wurde: Es betrug 0,55%.

Damit trat bei weniger als 1 von 100 PatientInnen, die 2006 in Deutschland zum ersten Mal einen künstlichen Kniegelenkersatz erhielten, nach der Erstoperation eine Infektion auf.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 0,55% liegen besser als der Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 2% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/18n1-MAMMA/46200 (Röntgenuntersuchung des entfernten Gewebes nach der Operation)

Qualitätsziel
Vor einer Brustoperation markierte Bereiche sollen möglichst häufig nach der Operation durch eine Röntgenuntersuchung kontrolliert werden.


Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Auffälliges oder bereits erkranktes Brustgewebe lässt sich nicht immer ertasten. Veränderungen des Brustgewebes können auch durch kleinste Kalkablagerungen (Mikrokalk) auffallen und auf Brustkrebs hinweisen. Eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) kann solche Verkalkungen sichtbar machen. Im Verlauf der weiteren Diagnosefindung muss geklärt werden, ob diese Kalkablagerungen als gut- oder bösartig einzustufen sind. Diese Untersuchungen werden von Fachärzten, den auf Brustdiagnostik spezialisierten Radiologen, durchgeführt.

Häufig ist zur vollständigen Klärung jedoch ein operativer Eingriff erforderlich, bei dem Gewebe zur weiteren Untersuchung entnommen wird (Biopsie). Als Orientierungshilfe für den operierenden Arzt werden die zweifelhaften verkalkten Geweberegionen, die sehr klein sein können, vom Radiologen in einer vorgeschalteten Röntgenuntersuchung markiert. Dafür werden Metallstifte aus Titan, sogenannte Markierungsdrähte, während einer Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung so platziert, dass der Chirurg im dichten Brustdrüsengewebe an Hand dieser Wegweiser zum auffälligen Gewebe geleitet wird und dieses gezielt entnehmen kann.

Im Anschluss an den Eingriff (postoperativ) soll derselbe Radiologe, der vor dem chirurgischen Eingriff (präoperativ) das fragliche Gewebe gekennzeichnet hat, an Hand des entnommenen Gewebes überprüfen: Wurde tatsächlich das zuvor markierte, verdächtige Gewebe vollständig entfernt?

Dieser Vorgang wird als „postoperatives Präparatröntgen“ bezeichnet und der Radiologe erfüllt damit eine wichtige Kontrollfunktion. Ohne seine erneute Überprüfung besteht das Risiko, dass das auffällige Gewebe nur unvollständig entfernt wurde. Das birgt die Gefahr, dass sowohl der Chirurg wie auch die Patientin sich in trügerischer Sicherheit wiegen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Patientinnen, bei denen vor der Operation (präoperativ) eine Markierung des fragwürdigen Gewebes unter Röntgensicht vorgenommen wurde, ob nach der Operation (postoperativ) das Präparatröntgen durchgeführt worden ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, für wie viele Patientinnen mit präoperativer Markierung durch Mammographie ein postoperatives Präparatröntgen dokumentiert ist.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 95%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 83,92%.

Damit wurden bei 84 von 100 Brustkrebspatientinnen im Jahr 2006 in Deutschland vor der Operation im Krankenhaus markierte Bereiche nach der Operation durch eine Röntgenuntersuchung kontrolliert.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 83,92% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Mammachirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/18n1-MAMMA/46201 (Bestimmung der Hormonempfindlichkeit der Krebszellen)

Qualitätsziel
Bei möglichst vielen Patientinnen mit Brustkrebs soll die Hormonempfindlichkeit der Krebszellen bestimmt werden.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Brustkrebs wird auch als Mammakarzinom bezeichnet. Karzinome sind bösartige Gewebeveränderungen. Es gibt unterschiedliche Formen mit verschiedenen Eigenschaften.

Das invasive Wachstum ist eine typische Eigenschaft von bösartigen Tumoren. Das invasive Mammakarzinom ist ein Krebsgeschwulst im Brustgewebe, dessen Krebszellen ohne eine klare Begrenzung in das umliegende, gesunde Gewebe hineinwachsen. Das Einwandern der Tumorzellen in das angrenzende Gewebe bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Tumor besonders schnell wächst oder eine sich besonders schnell ausbreitende Krebserkrankung vorliegt. Invasive Tumoren werden auch infiltrative Tumoren genannt.

Falls eine Gewebeuntersuchung zeigt, dass ein sogenanntes invasives Mammakarzinom vorliegt, werden bestimmte weiterführende Tests (sogenannte immunhistochemische Analysen) an den Krebszellen der vorliegenden Gewebeprobe durchgeführt. Diese Untersuchungen des Pathologen, eines auf Gewebeuntersuchungen spezialisierten Arztes, geben dann weiter Auskunft über Merkmale und Eigenschaften dieser Krebszellen. Bei Brustkrebs werden aus der Bestimmung und Analyse der sogenannten Hormonrezeptoren bedeutsame Informationen für die weitere Therapieplanung gewonnen.

Hormone sind Botenstoffe des Körpers. Sie regulieren z. B. den Stoffwechsel und das Wachstum. Es gibt Körperzellen, die Verbindungs- oder Nahtstellen aufweisen, an denen Hormone „andocken“, also sich mit der Zelle verbinden können. Solche Nahtstellen werden Rezeptoren genannt. Rezeptoren sind „Empfangsstationen“ für spezielle Reize oder Stoffe (wie die Hormone), die dann in der Zelle eine ganz bestimmte Reaktion, z. B. rascheres Wachstum, hervorrufen.

Im Zusammenhang mit Brustkrebs werden bei der Hormonrezeptoranalyse die Krebszellen gezielt daraufhin betrachtet, ob „Empfangsstationen“ zu finden sind, die auf weibliche Geschlechtshormone (Östrogen oder Progesteron) reagieren. Wenn diese Hormone auf Tumorzellen treffen, die mit den passenden Rezeptoren ausgestattet sind, werden die betreffenden Tumorzellen veranlasst, weiter zu wachsen.

Die Hormonrezeptoranalyse gibt Auskunft darüber, wie empfänglich die Krebszellen für die Beeinflussung durch Hormone sind, also ob Hormone das Krebswachstum begünstigen. Wenn die Hormonabhängigkeit eines Brustkrebses bekannt ist, kann im weiteren Therapieverlauf entschieden werden, ob der Behandlungsplan sinnvoll durch eine Hormontherapie unterstützt werden kann. Diese Behandlung ergänzt in der Regel die Verabreichung von Zellgiften, die das Wachstum der Tumorzellen ebenfalls stoppen sollen (Chemotherapie). Die hormonelle Therapie nutzt die Hormonabhängigkeit bestimmter Tumorzellen, indem entweder die Bildung des Hormons, das den Tumor „füttert“, verhindert wird oder die Empfangsstationen – die Rezeptoren – an den Tumorzellen lahmgelegt, also blockiert werden.

Die Kenntnis der Hormonempfindlichkeit der Tumorzellen liefert also wichtige Informationen für die weitere Planung der Behandlung.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, gibt das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Brustkrebspatientinnen mit invasivem Mammakarzinom an, ob eine immunhistochemische Hormonrezeptoranalyse vorliegt.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, für wie viele Patientinnen mit invasivem Mammakarzinom bei Entlassung aus dem Krankenhaus die immunhistochemische Hormonrezeptoranalyse vorgelegen hat.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 95%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 96,95%.

Damit wurde bei 97 von 100 Brustkrebspatientinnen im Jahr 2006 in Deutschland durch das Krankenhaus die Hormonempfindlichkeit der Krebszellen bestimmt.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 96,95% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Mammachirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/18n1-MAMMA/68098 68100 (Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe bei Teil bzw. vollständiger Entfernung der Brust)

Qualitätsziel
Nach Brustkrebsoperationen soll möglichst häufig die Angabe des Pathologen zum Sicherheitsabstand vorliegen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Bei einer Brustkrebsoperation wird als Vorbeugungsmaßnahme nicht nur das bösartig veränderte Gewebe entfernt, sondern darüber hinaus auch seine unmittelbare gesunde Umgebung. Damit wird eine Pufferzone zwischen dem erkrankten und dem gesunden Brustgewebe geschaffen. Dabei verfolgt der operierende Arzt die Absicht, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu schaffen und zugleich so wenig gesundes Brustgewebe wie möglich zu entfernen.

Das Prinzip des Sicherheitsabstandes ist aus dem Straßenverkehr vertraut: Das Einhalten eines angemessenen Abstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug schafft Sicherheit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, im Gefahrenfall entsprechend reagieren zu können.

Der operierende Arzt kann aber nicht allein entscheiden, ob der Brustkrebs in der befallenen Brust mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt wurde. Er benötigt dazu die Unterstützung des Pathologen, eines auf Gewebeuntersuchungen spezialisierten Arztes. Der Pathologe untersucht das entfernte Gewebe unter dem Mikroskop, beurteilt es nach festen Regeln, ermittelt alle erforderlichen Angaben zum Sicherheitsabstand und teilt die Ergebnisse dem operierenden Arzt mit.

Bei einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen dem operierenden Arzt und dem Pathologen stehen alle Informationen zum Sicherheitsabstand rechtzeitig zur Verfügung, damit die weitere Versorgung zusammen mit der Patientin festgelegt werden kann: Ist der Sicherheitsabstand ausreichend groß, kann die Behandlung fortgesetzt werden. Sollte er zu gering ausgefallen sein, muss kurzfristig darüber entschieden werden, ob eine weitere Operation erforderlich ist.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, gibt das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Brustkrebspatientinnen mit brusterhaltender Operation (Fachabkürzung: BET) oder mit vollständiger Entfernung (Fachbezeichnung: Mastektomie oder Ablatio) der befallenen Brust an, ob eine Angabe des Pathologen zum Sicherheitsabstand vorliegt.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, für wie viele Patientinnen bei Entlassung aus dem Krankenhaus die Angabe des Pathologen zum Sicherheitsabstand vorgelegen hat.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 95%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug bei brusterhaltenden Operationen 90,27% und bei vollständiger Entfernung der Brust 84,91%.

Damit lag bei 90 von 100 Brustkrebspatientinnen, die 2006 in Deutschland eine brusterhaltende Operation im Krankenhaus erhalten haben, eine Angabe des Pathologen zum Sicherheitsabstand vor. Bei vollständiger Entfernung der Brust war dies bei 85 von 100 Patientinnen der Fall.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 90,27% bei brusterhaltenden Operationen bzw. mit mehr als 84,91% bei vollständiger Brustentfernung liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Mammachirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/21n3-KORO-PCI/43757 (Entscheidung für die Herzkatheter-Untersuchung)

Qualitätsziel
Die Entscheidung zur Durchführung einer Herzkatheteruntersuchung soll möglichst häufig nur dann getroffen werden, wenn Anzeichen für eine Durchblutungsstörung vorliegen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Behindert eine Verengung (Stenose) die Durchblutung eines oder mehrerer Herzkranzgefäße, ist die ausreichende Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen nicht mehr gegeben und die Pumpfunktion des Herzmuskels nimmt ab.

Dabei können folgende Beschwerden (Symptome) auftreten, die als Anzeichen für eine Durchblutungsstörung (Ischämiezeichen) gewertet werden können:

ein Engegefühl in der Brust,
Brustschmerzen, die in Arm, Kiefer, Oberbauch, Rücken ausstrahlen können,
Atemnot,
Angst- oder Beklemmungsgefühle, Pulsrasen,
blasse, kalt-schweißige Haut.
Für den behandelnden Arzt sind diese Symptome neben Veränderungen des EKG unter Belastung (Belastungs-EKG) wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung. Diesem Verdacht kann ggf. durch weiterführende Untersuchungen (z. B. Ultraschalluntersuchungen des Herzens unter Belastung) nachgegangen werden.

In welchem Zustand sich die Herzkranzgefäße befinden, wird mittels einer Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) festgestellt, die heute als Standarduntersuchung mit der höchsten Aussagekraft gilt.

Um die Herzkranzgefäße sichtbar zu machen, wird ein langer, biegsamer Schlauch (der Herzkatheter) meistens in eine Arterie in der Leiste eingelassen und bis zum Herzen vorgeschoben. Dort wird durch den Herzkatheter ein Röntgenkontrastmittel in die Herzkranzgefäße gespritzt. Die Verteilung des Kontrastmittels in den Gefäßen wird durch Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht.

Mit dieser Untersuchungsmethode lässt sich erfassen, ob und in welchem Ausmaß die Herzkranzgefäße verengt oder sogar verschlossen sind und wie viele Gefäße betroffen sind.

Die Koronarangiographie unterstützt den behandelnden Arzt bei der Entscheidung, welche Behandlung notwendig ist: Kann konservativ behandelt werden (z. B. durch Medikamente, Änderungen im Lebensstil) oder muss die Durchblutung der Herzkranzgefäße durch einen Kathetereingriff oder durch eine Herzoperation wiederhergestellt werden?

Allerdings ist auch die Herzkatheteruntersuchung nicht frei von Risiken. Deswegen sollen Herzkatheteruntersuchungen nur in begründeten Fällen vorgenommen werden, wenn die Beschwerden des Patienten und die vorangegangenen Untersuchungen auf eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße schließen lassen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Patienten, bei denen eine Herzkatheterbehandlung vorgenommen wurde, ob die Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße (Ischämiezeichen) vorhanden waren.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patienten, die sich einer Herzkatheterbeahandlung unterzogen haben, keine Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße vorlagen.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 80%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 91,0%.

Damit lagen bei 91 von 100 Patienten, die 2006 in deutschen Krankenhäusern eine Herzkatheteruntersuchung erhielten, vorher Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 80% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 91,0 % liegen über dem Bundesdurchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Kardiologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/21n3-KORO-PCI/69889 (Entscheidung für die Herzkatheter-Behandlung)

Qualitätsziel
Die Entscheidung zur Durchführung einer Herzkatheter-Behandlung soll möglichst häufig nur dann getroffen werden, wenn Anzeichen für eine Durchblutungsstörung vorliegen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Die sogenannte PCI (perkutane koronare Intervention) ist eine Behandlungsmethode, bei der verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße wieder erweitert und durchgängig gemacht werden. Das Ziel dieser Behandlung ist die Wiederherstellung der ausreichenden Blutversorgung des Herzmuskels. Bis vor einiger Zeit wurde für diese Behandlungen überwiegend der Begriff PTCA (perkutane transluminale Angioplastie) verwendet.

Bei einer PCI wird während der Herzkatheteruntersuchung ein Ballonkatheter zum Herzen vorgeschoben und an der Engstelle im Gefäß in Position gebracht. Der Ballonkatheter ist ein langer, dünner, biegsamer Kunststoffschlauch, an dessen Ende sich ein aufblasbarer, länglicher Ballon befindet.

Durch den Katheterschlauch leitet der Arzt Röntgen-Kontrastmittel in das betroffene Gebiet und kontrolliert so die Position des Ballons am Röntgenbildschirm. Sobald er sich an der richtigen Stelle befindet, wird der Ballon mit einem Gemisch aus Kochsalzlösung und Röntgen-Kontrastmittel gefüllt und wird dann so aufgebläht rund 60 Sekunden lang – und bei Bedarf auch länger – an der verengten Stelle des Herzkranzgefäßes belassen.

Durch die Ausdehnung des Ballons wird die Verengung (Stenose) im betroffenen Gefäß erweitert und ein ungestörter Blutfluss wiederhergestellt.

Um eine erneute Verengung des betroffenen Herzkranzgefäßes zu verhindern und es dauerhaft offen und durchgängig zu halten, wird häufig mittels Ballonkatheter ein sogenannter „Stent“, eine Gefäßstütze, eingesetzt, der in der Verengung entfaltet wird und nach Entfernung des Ballons dauerhaft im Gefäß verbleibt.

Der Stent ist ein kleines, röhrchenförmiges Gittergerüst und hält das Gefäß offen. Neuere Stents sind zusätzlich mit Medikamenten beschichtet, die noch wirksamer verhindern helfen, dass sich das Gefäß erneut verengt oder verschließt.

Eine PCI sollte nur dann durchgeführt werden, wenn Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße bestehen.

Diese werden häufig angezeigt durch einen sogenannten Angina-Pectoris-Anfall (Brustenge). Hinweise darauf können sein:

Atemnot,
Schmerzen in der Brust, die in Arm, Kiefer, Oberbauch oder Rücken ausstrahlen können,
Angst- und Beklemmungsgefühle,
Pulsrasen und blasse, kalt-schweißige Haut.
Es soll vor der PCI stets ein Nachweis erfolgt sein, z. B. in Form eines Belastungs-EKG, dass eine Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße vorliegt.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Patienten, bei denen eine Herzkatheterbehandlung vorgenommen wurde, ob die Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße (Ischämiezeichen) vorhanden waren.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patienten, die sich einer Herzkatheterbeahandlung unterzogen haben, keine Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße vorlagen.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei höchstens 10%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 5,51%.

Damit lagen bei 5 bis 6 von 100 Patienten, die 2006 im Krankenhaus eine PCI erhielten, vor der Behandlung keine Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 10% und weniger haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 5,51% liegen besser als der Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Kardiologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/21n3-KORO-PCI/69891 (Wiederherstellung der Durchblutung der Herzkranzgefäße)

Qualitätsziel
Nach einer Herzkatheterbehandlung soll möglichst häufig die Durchgängigkeit des behandelten Herzkranzgefäßes zu mindestens 50 Prozent wiederhergestellt sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Die PCI (perkutane koronare Intervention) ist eine Behandlungsmethode, bei der verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße wieder erweitert und durchgängig gemacht werden. Das Ziel dieser Behandlung ist die Wiederherstellung der ausreichenden Blutversorgung des Herzmuskels. Bis vor einiger Zeit wurde für diese Behandlungen überwiegend der Begriff PTCA (perkutane transluminale Angioplastie) verwendet.

Bei einer PCI wird während der Herzkatheteruntersuchung ein Ballonkatheter zum Herzen vorgeschoben und an der Engstelle im Gefäß in Position gebracht.

Der Ballonkatheter ist ein langer, dünner, biegsamer Kunststoffschlauch, an dessen Ende sich ein aufblasbarer, länglicher Ballon befindet.

Durch den Katheterschlauch leitet der Arzt Röntgen-Kontrastmittel in das betroffene Gebiet und kontrolliert so die Position des Ballons am Röntgenbildschirm. Sobald er sich an der richtigen Stelle befindet, wird der Ballon mit einem Gemisch aus Kochsalzlösung und Röntgen-Kontrastmittel gefüllt und wird dann so aufgebläht bis zu 60 Sekunden lang – und bei Bedarf auch länger – an der verengten Stelle des Herzkranzgefäßes belassen.

Durch die Ausdehnung des Ballons wird die Verengung (Stenose) im betroffenen Gefäß erweitert und ein ungestörter Blutfluss wiederhergestellt.

Um eine erneute Verengung des betroffenen Herzkranzgefäßes zu verhindern und es dauerhaft offen und durchgängig zu halten, wird häufig mittels Ballonkatheter ein sogenannter „Stent“, eine Gefäßstütze, eingesetzt, der in der Verengung entfaltet wird und nach Entfernung des Ballons dauerhaft im Gefäß verbleibt.

Der Stent ist ein kleines, röhrchenförmiges Gittergerüst und hält das Gefäß offen. Neuere Stents sind zusätzlich mit Medikamenten beschichtet, die noch wirksamer verhindern helfen, dass sich das Gefäß erneut verengt oder verschließt.

Erst wenn die Ballonerweiterung ohne Komplikationen abgeschlossen wurde und zu einer Besserung oder zum Verschwinden der Beschwerden geführt hat, gilt der Eingriff als erfolgreich.

Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist, dass das betroffene Herzkranzgefäß durch die PCI wieder zu mindestens 50 Prozent durchgängig gemacht wird, weil dann der Blutfluss ausreichend wiederhergestellt ist.

Eine besondere Risikogruppe stellen Patienten mit akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt) dar. Hier ist es das Ziel der Herzkatheterbehandlung, das durch den Infarkt verschlossene Gefäß sofort wieder zu eröffnen und so zu verhindern, dass Herzmuskelgewebe abstirbt.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Patient(inn)en, bei denen eine Herzkatheterbehandlung bei akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt) durchgeführt wurde, ob nach der Behandlung die Durchgängigkeit des behandelten Herzkranzgefäßes zu mindestens 50 Prozent wiederhergestellt ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en mit akutem Koronarsyndrom die eine PCI erhielten, nach der Behandlung die Durchgängigkeit des behandelten Herzkranzgefäßes zu mindestens 50% wiederhergestellt war.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wird der Referenzbereich genutzt, um die auffälligsten Ergebnisse zu prüfen. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 93,27%.

Damit konnte bei 93 von 100 Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen 2006 im Krankenhaus eine Herzkatheterbehandlung durchgeführt wurde, das beabsichtigte Ziel des Eingriffs erreicht werden.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 93,27% liegen über dem Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 85% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Kardiologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück

2006/HCH-KCH/66781 (Sterblichkeitsrate während des stationären Aufenthaltes)

Qualitätsziel
Die Sterblichkeit nach Operationen an den Herzkranzgefäßen soll möglichst niedrig sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Abhängig von dem Schweregrad der Herzerkrankung können Menschen sowohl an den Folgen ihrer unbehandelten Erkrankung wie auch im Rahmen der Behandlung (Tabletten, Herzkatheter, Operationen) versterben. Die Häufigkeit, mit der solche Todesfälle eintreten, wird als Sterblichkeit oder Letalität bezeichnet.

Die sogenannte Sterblichkeitsrate (In-Hospital-Letalität) erfasst alle Patienten, die während des Krankenhausaufenthaltes (unabhängig von der Todesursache) verstorben sind.

Die Sterblichkeitsrate hängt nicht nur vom Schweregrad der Herzerkrankung ab, sondern es spielt auch eine wichtige Rolle, unter welchen anderen Erkrankungen (Begleiterkrankungen) die Patienten zusätzlich zu ihrer koronaren Herzerkrankung leiden. Daher müssen Einflussgrößen, die nachweislich Auswirkungen auf die Überlebenschancen haben, für die Berechnung und Interpretation der Sterblichkeitsrate berücksichtigt werden. Zu diesen Einflussfaktoren gehören beispielsweise fortgeschrittenes Lebensalter oder das Geschlecht. Die Summe aller Einflussgrößen, die das Risiko eines Patienten erhöhen, nach einer koronaren Bypass-Operation zu versterben, wird als Risikoprofil bezeichnet.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Patient(inn)en, bei denen eine koronare Bypass-Operation durchgeführt wurde, Informationen zu Vorerkrankungen, zum Schweregrad der Herzerkrankung und ob sie im Krankenhaus verstorben sind .

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie viele Patienten unter Berücksichtigung der Risikoprofile (Vorerkrankungen und Schweregrad der Herzerkrankung), d. h. „risikoadjustiert“, nach einer koronaren Bypass-Operation verstorben sind.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 3,46%.

Damit sind 3 bis 4 von 100 Patienten, bei denen 2006 im Krankenhaus eine Operation an den Herzkranzgefäßen durchgeführt wurde, verstorben.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer risikoadjustierten Rate von weniger als 3,46% erzielen ein besseres Ergebnis als im Bundesdurchschnitt. Dabei wird ein besonderes Risikoprofil der Patienten im Krankenhaus berücksichtigt.

Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 6,7% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Herzchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

« Zurück